Wennigsen

Bönnigsen

Bezeichnung: Zivilarbeiterlager

Adresse: Haus Nr. 1

Nähere Beschreibung: 1 Steinbau (Wohnhaus eines Gutshofes)

Anzahl und Nationalität: 15 Ukrainer (10 Frauen, 5 Männer)

Einsatzort: Industrie (Anfertigung von Flugzeugschrauben) [1]

 

Evestorf

Zwischen 1940 und 1945 waren im Saal der von Ernst Schomburg bis 1943 betriebenen Gastwirtschaft „Zum neuen Bohlweg“, Hannoversche Straße 1 und 3, dreißig bis vierzig Kriegsgefangene einquartiert. Sie wurden vor Ort - so bei den Landwirten Bade, Christoffers, Eicke, Herbst und Schomburg - sowie in Holtensen und Sorsum in der Landwirtschaft eingesetzt; aber auch in der Holzhandlung Herbst in Wennigsen. Herbst beschäftigte zwei bis drei Polen sowie zeitweise zwei Russen, die anderen Landwirte je einen Kriegsgefangenen. Es handelte sich zunächst um Polen, die zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt anscheinend aus der Kriegsfangenenschaft in den Zivilarbeiterstatus entlassen wurden, da sie bei ihren Arbeitgebern unterkamen wo sie auch verpflegt wurden. Nach den Polen bezogen Belgier, Franzosen und Russen das Lager. Die in Wennigsen eingesetzten Kriegsgefangenen wurden durch die Evestorfer Gaststätte Herbst verpflegt. Den Transport des Essens besorgte eine junge aus der Ukraine stammende Ostarbeiterin mit Namen Maria, per Fahrrad. Zwischen Februar und April 1949 wurde der Saal der Gastwirtschaft für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt. [2]

 

Holtensen

Der in Bredenbeck  verstorbene und in Holtensen beerdigte Pole Jakob Gebski (06.09.1907 -  04.10.1944) wurde nach Steimbke-Lichtenhorst umgebettet. [3]

 

Sorsum

Bezeichnung: Kriegsgefangenenarbeitskommando 708

Adresse:?

Nähere Beschreibung: 1 Gebäude (Restaurant Haller)

Anzahl und Nationalität: 30 Personen (Polen, Franzosen und Belgier)

Einsatzort: Landwirtschaft [4]

 

Wennigsen

Bezeichnung: Zivilarbeiterlager

Adresse: ?

Nähere Beschreibung: 4 Steinbauten (Altersheim in Wennigser Mark)

Anzahl und Nationalität: 300 Polinnen

Einsatzort: Industrie (Munitionsfabrik in Empelde) [5]

 

Bezeichnung: Kriegsgefangenenarbeitskommando

Adresse: Am Bahnhof

Nähere Beschreibung: Steinbauten

Anzahl und Nationalität: 30 Franzosen

Einsatzort: Industrie, Forst- und Landwirtschaft [6]

 

In der Wennigser Holzhandlung Herbst, Degerser Str. 9 (heute Herbst Holzbau GmbH, Osterfeldstr. 3, Barsinghausen), mußten Kriegsgefangene arbeiten die in Evestorf untergebracht waren. Die Verpflegung stellte die Evestorfer Gaststätte Herbst. [7]

 

© Helge Kister, 2010



[1] Foto 3 Nr. 549 (Archiv de Service des Victimes de la Guerre, Brüssel) Niedersächsisches Landesarchiv Hauptstaatsarchiv Hannover

[2] Foto 3 Nr. 566 (Archiv de Service des Victimes de la Guerre, Brüssel) Niedersächsisches Landesarchiv Hauptstaatsarchiv Hannover

Aus: Schmiedchen, Horst; 750 Jahre Evestorf. Chronik eines Calenberger Dorfes 1252 - 2002. Band 1; Selbstverlag, Wennigsen 2007

Aus: Schmiedchen, Horst; 750 Jahre Evestorf. Chronik eines Calenberger Dorfes 1252 - 2002. Band 2; Selbstverlag, Wennigsen 2005

[3]Aus: Studienkreis zur Erforschung und Vermittlung der Geschichte des Widerstandes 1933 - 1945 und das Präsidium der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten (Hrsg.); Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933 - 1945,   Niedersachsen II Regierungsbezirke Hannover und Weser-Ems, Pahl-Rugenstein Verlag 1986

Sandsteinstelen, Kriegsgräberstätte Steimbke-Lichtenhorst

[4] Foto 3 Nr. 880 (Archiv de Service des Victimes de la Guerre, Brüssel) Niedersächsisches Landesarchiv Hauptstaatsarchiv Hannover

[5] Foto 3 Nr. 887 (Archiv de Service des Victimes de la Guerre, Brüssel) Niedersächsisches Landesarchiv Hauptstaatsarchiv Hannover

Aus: Studienkreis zur Erforschung und Vermittlung der Geschichte des Widerstandes 1933 - 1945 und das Präsidium der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten (Hrsg.); Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933 - 1945,   Niedersachsen II Regierungsbezirke Hannover und Weser-Ems, Pahl-Rugenstein Verlag 1986

[6] Foto 3 Nr. 888 (Archiv de Service des Victimes de la Guerre, Brüssel) Niedersächsisches Landesarchiv Hauptstaatsarchiv Hannover

[7] Aus: Schmiedchen, Horst; 750 Jahre Evestorf. Chronik eines Calenberger Dorfes 1252 - 2002. Band 2; Selbstverlag, Wennigsen 2005