Termine + Radioarbeiten

Veranstaltungen und Radiosendungen im Vorfeld des Öffentlichen Gelöbnisses der Bundeswehr in Neustadt-Bordenau am 12.11.2010

Das Gelöbnis wurde inzwischen von der Bundeswehr fĂŒr Bordenau abgesagt - ein Erfolg fĂŒr die Kriegsgegner. Einzelheiten finden sich auf dieser Seite unter Bordenau: Öffentliches Gelöbnis 2010. Die Veranstaltungen der Friedensbewegung finden dagegen wie geplant statt, denn der Krieg in Afghanistan geht weiter.

Veranstalter: Arbeitskreis Regionalgeschichte, Ver.di-Bildungswerk, Antimilitaristischer Aktionskreis, Radio Flora

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VortrÀge mit Diskussion:

 Das Grundgesetz und die internationalen KriegseinsĂ€tze der Bundeswehr

 Vortrag von Florian Pfaff, Major der Bundeswehr

Unter Berufung auf das Grundgesetz, in dem jegliche Beteiligung deutschen MilitĂ€rs an Angriffskriegen verboten wird, verweigerte Florian Pfaff im MĂ€rz 2003 als Computerspezialist der Bundeswehr seine indirekte Beteiligung am völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der USA gegen den Irak. Er wurde daraufhin zunĂ€chst in eine psychiatrische Klinik eingeliefert, dann wurde ihm befohlen, die ÜberprĂŒfung zu unterlassen, ob er an Verbrechen mitwirke. Er wurde degradiert. Im Juni 2005 wurde Florian Pfaff vom Bundesverwaltungsgericht vollstĂ€ndig rehabilitiert. An das Verbot der Beförderungssperre hielt sich die Bundeswehr jedoch nicht. Florian Pfaff wurde fĂŒr die von ihm gezeigte Zivilcourage inzwischen mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Seine Erfahrungen verarbeitet er in seinem Buch „Totschlag im Amt – Wie der Frieden verraten wurde“.

Dienstag, 2.11.2010, 20 Uhr, Neustadt a. Rbge., Hotel Scheve, gegenĂŒber dem Bahnhof

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9. November 1938: Diskriminierung, Verfolgung und Vernichtung der jĂŒdischen Gemeinde in Neustadt am RĂŒbenberge

Stadtrundgang mit Hubert Brieden

1933 zĂ€hlten die Nazis 45 jĂŒdische Menschen in Neustadt, knapp 1,3% der Gesamtbevölkerung. Bis 1945 waren die meisten jĂŒdischen Menschen enteignet und umgebracht worden, einigen war die Emigration gelungen. Die NeustĂ€dter Synagogengemeinde existierte nicht mehr. Voraussetzung fĂŒr die Vernichtung der europĂ€ischen Juden war der in Deutschland seit Jahrzehnten grassierende Antisemitismus und die Entfesselung des Krieges. Auch das den Juden geraubte Vermögen wurde zum großen Teil zur Ankurbelung der RĂŒstungsproduktion eingesetzt. Nach dem Krieg versuchten die TĂ€ter und ihre Helfer die Spuren der Verbrechen zu beseitigen, die Geschichte zu bereinigen. Doch noch immer gibt es Orte, HĂ€user und Straßen in Neustadt, die Erinnerungen an jĂŒdisches Leben und Leiden wachrufen können.

Sonntag, 7.11.2010, 10 Uhr, Neustadt a. Rbge., Schlosshof

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 Der Krieg und die aktuelle Situation in Afghanistan

 Vortrag von Dr. Matin Baraki, UniversitĂ€t Marburg, SachverstĂ€ndiger fĂŒr Afghanistan

Seit langem befasst sich Dr. Matin Baraki mit der Situation in seinem Herkunftsland Afghanistan. Insbesondere untersuchte er die Geschichte der Beziehungen zwischen Deutschland und Afghanistan. In einer umfangreichen Studie analysierte er die weitgehend gescheiterten entwicklungspolitischen Projekte der Bundesrepublik Deutschland in diesem geostrategisch wichtigen, rohstoffreichen zentralasiatischen Land. In den letzten Jahren beschĂ€ftigte sich Baraki, der sich regelmĂ€ĂŸig in Afghanistan aufhĂ€lt, insbesondere mit den verheerenden Auswirkungen des Krieges fĂŒr die afghanische Zivilbevölkerung.

 Dienstag, 9.11.2010, 20 Uhr, Neustadt a. Rbge., Hotel Scheve, gegenĂŒber dem Bahnhof

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Radiosendungen:

 Der Kosovokrieg – Vorbereitung und Folgen

Vortrag von Dr. Heinz Loquai, Brigadegerneral a. D. und ehemaliger MilitÀrberater bei der OSZE

Der NATO-Krieg gegen Jugoslawien brachte am 24. MĂ€rz 1999 den ersten Kriegseinsatz deutscher Soldaten nach dem 2. Weltkrieg. Dies war eine ZĂ€sur in der deutschen Politik, eine Weichenstellung fĂŒr die Bundeswehr. Die deutschen StreitkrĂ€fte, die nach dem Grundgesetz eine Verteidigungsarmee sind, wurden in eine Armee zur weltweiten Intervention umgestaltet.

Zum Referenten: Dr. Heinz Loquai war Brigadegeneral der Bundeswehr und bis Ende MĂ€rz 1999 bei der deutschen OSZE-Vertretung in Wien als MilitĂ€rberater tĂ€tig. Er konnte dort einen guten Einblick in die Entwicklung und Zuspitzung des Kosovo-Konfliktes gewinnen. Seine Behauptungen, in zwei BĂŒchern dargelegt und begrĂŒndet: Dieser Krieg war vermeidbar. Die deutsche Öffentlichkeit wurde ĂŒber die wahre Lage vor Beginn des Krieges getĂ€uscht. Auch dieser Krieg hat unermessliche SchĂ€den angerichtet und eine Lösung der Probleme erschwert.

Mitschnitt einer Veranstaltung des Arbeitskreises Regionalgeschichte und des Verdi-Bildungswerkes am 3.11.2005 in Neustadt a./Rbge.

Montag, 1.11.2010, 23 Uhr u. Mittwoch, 3.11.2010, 15 Uhr, Radio Flora, livestream

Im Internetradio oder unter www.radioflora.de

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  Das Leben des preußischen Heeresreformers Scharnhorst und der Bordenauer Scharnhorst-Kult

 Radiofeature von Hubert Brieden

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts pflegt man in Neustadt-Bordenau (Region Hannover) mit einem Denkmal und AufmĂ€rschen das Andenken des preußischen Heeresreformers Gerhard Johann David von Scharnhorst, der hier am 12.11.1755 geboren wurde und am 28.6.1813 in Prag an den Folgen einer Kriegsverletzung starb. Scharnhorst entwickelte am Steinhuder Meer und spĂ€ter in Preußen seine Konzeption des Verteidigungskrieges und der Verteidigungsarmee, scheiterte aber letztlich am preußischen Obrigkeitsstaat.

Besonders im Vorfeld der beiden Weltkriege lebte das Scharnhorstgedenken in Bordenau auf. Und auch die Bundeswehr zelebriert, je mehr sie sich zur weltweit eingesetzten Interventionsarmee entwickelt, einen Scharnhorstkult, der wenig mit den Verteidigungskonzepten dieser historischen Persönlichkeit zu tun hat.

Montag, 8.11.2010, 23 Uhr u. Mittwoch, 10.11.2010, 15 Uhr, Radio Flora, livestream

Im Internetradio oder unter www.radioflora.de

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Auf dieser Seite finden sich auch Informationen zur Geschichte der Bordenauer Geburtstagsfeiern und zum geplanten Aufmarsch mit Öffentlichem Gelöbnis im Jahr 2010.