Laatzen

Gleidingen

Bezeichnung: Gestapolager

Adresse: am Dorfrand, Sudwiese

NĂ€here Beschreibung: 2 Holzbaracken

(Lager der Firma Kemna u. Lenz, von MĂ€rz 1939 bis Januar 1940)

Anzahl und NationalitÀt: 45 österreichische Juden

Einsatzort: Straßenbau (heutiger Messeschnellweg) [1]

 

Bezeichnung: Kriegsgefangenenarbeitskommando

Adresse: ?

NĂ€here Beschreibung: 1 Steinbau (Gastwirtschaft Wilkens)

Anzahl und NationalitÀt: 15 Polen

Einsatzort: Handwerk, Landwirtschaft [2]

 

Grasdorf

Bezeichnung: Zivilarbeiterlager

Adresse: Am Thie Nr. 4

NÀhere Beschreibung: 1 Saal (Restaurant Haase, das GebÀude wurde bei einem Luftangriff am 23.09.1943 völlig zerstört, ob und wieviel Zivilarbeiter dabei ums Leben kamen ist nicht bekannt )

Anzahl und NationalitÀt: 225 - 230 Russen, 1 Belgier, Franzosen

Einsatzort: Industrie [3]

 

Bezeichnung: Zivilarbeiterlager Ziegelwerke I

Adresse: ?

NÀhere Beschreibung: 1 Steinbau (auf ZiegeleigelÀnde, Lager des Leichtmetallwerks Laatzen)

Anzahl und NationalitÀt: 60 - 70 Polen

Einsatzort: RĂŒstungsindustrie in Laatzen und Hannover-WĂŒlfel [4]

 

Bezeichnung: Zivilarbeiterlager Ziegelwerke II

Adresse: ?

NÀhere Beschreibung: 1 Steinbau (auf ZiegeleigelÀnde)

Anzahl und NationalitÀt: 65 - 70 Italiener

Einsatzort: RĂŒstungsindustrie in Laatzen und Hannover-WĂŒlfel [5]

 

Bezeichnung: Zivilarbeiterlager

Adresse: ?

NĂ€here Beschreibung: Steinfachwerkbau (bei Ida Hartmann)

Anzahl und NationalitÀt: 6 Polen

Einsatzort: Landwirtschaft [6]

 

Ingeln

Bezeichnung: Kriegsgefangenenarbeitskommando, Stalag XI B Fallingbostel

Adresse: ?

NĂ€here Beschreibung: 1 Steinbau (Saal der Gastwirtschaft v. Behrens)

Anzahl und NationalitÀt: 20 Polen

Einsatzort: Landwirtschaft [7]

 

Laatzen

Bezeichnung: Kriegsgefangenenarbeitskommando 6163, Stalag XI B Fallingbostel

Adresse: ?

NĂ€here Beschreibung: ?

Anzahl und NationalitÀt: mindestens ein Italiener (Torino F., KG-Nr. 191564)

Einsatzort: ? [8]

 

Bezeichnung: Kriegsgefangenenarbeitskommando und Zivilarbeiterlager

Adresse: Kronenbergstraße (Kronsbergstraße)

NĂ€here Beschreibung: 1 Steinbau (Sporthaus)

Anzahl und NationalitĂ€t: 5 Belgier (3 Kriegsgefangene und 2 Zivilarbeiter: Arbeiter Peter Demay, * 25.3.1923 in Toureving/Belgien; Arbeiter August Chessens, * 7.5.1907 in Eheron/Belgien; Putzer Josef De Maessshalk, * 15.6.1908 in Gent/Belgien; Arbeiter Franz von der Sande, * 11.5.1923 in Mol/Belgien; Arbeiter Franz Huybrechts, * 31.12.1923 in Geel/Belgien; sie wurden alle bei einem Luftangriff am 29.1.1944 getötet)                                      

Einsatzort: Industrie (Firma Ostermann, Eisengießerei Laatzen) [9]

 

Bezeichnung: Zivilarbeiterlager

Adresse: Dorfstr. 7

NÀhere Beschreibung: 1 Holzbaracke (auf dem WerksgelÀnde)

Anzahl und NationalitÀt: 10 Belgier, 10 Italiener, 7 Polen, 7 Tschechen, 7 Russinnen

(3 Belgier sind in Laatzen verstorben, etwa 60 russische Kriegsgefangene waren in einem separaten Lager untergebracht)

Einsatzort: Industrie (Hannoversche Fahrzeugfabrik Hoffmann & Co.) [10]

 

Bezeichnung: Kriegsgefangenenarbeitskommando 3303, Stalag XI B Fallingbostel

Adresse: evtl. Dorfstr. 7

NÀhere Beschreibung: evtl. 1 Holzbaracke (auf dem WerksgelÀnde)

Anzahl und NationalitĂ€t: 60 SowjetbĂŒrger

Einsatzort: Industrie (Hannoversche Fahrzeugfabrik Hoffmann & Co.), Landwirtschaft [11]

 

Bezeichnung: Zivilarbeiterlager 14

Adresse: Hildesheimer Straße

NĂ€here Beschreibung: 9 Steinbaracken (betriebseigenes Lager)

Anzahl und NationalitÀt: 840 Personen (davon mindestens 4 Belgier)

Einsatzort: Industrie (Leichtmetall Laatzen) [12]

 

Bezeichnung: Zivilarbeiterlager

Adresse: Hildesheimer Str. Nr. 7

NĂ€here Beschreibung: 3 Holzbaracken, 6 Steinbaracken

Anzahl und NationalitÀt: 500 - 600 Personen (120 Belgier - zwei sind am 23.9.1943 durch Fliegerangriff ums Leben gekommen - , ansonsten Franzosen, Russen, Polen, HollÀnder)

Einsatzort: Handwerk und Industrie (Vereinigten-Leichtmetall-Werke) [13]

 

Bezeichnung: Zivilarbeiterlager und Displaced Persons Lager

Adresse: ?

NĂ€here Beschreibung: es handelte sich um eines der Lager der Vereinigten-Leichtmetall-Werke

Anzahl und NationalitÀt: 441 (davon 419 Polen)

Einsatzort: ? [14]

 

Bezeichnung: Zivilarbeiterlager

Adresse: ?

NĂ€here Beschreibung:  Baracke

Anzahl und NationalitÀt: mindestens 2 (Russen und/oder NiederlÀnder)

Einsatzort: ? [15]

 

Bezeichnung: Zivilarbeiterlager

Adresse: Am Brabrinke 14

NĂ€here Beschreibung: ?

Anzahl und NationalitÀt: mindestens 7 (Russen und/oder NiederlÀnder)

Einsatzort: Industrie (Garvens Waagenfabrik GmbH) [16]

 

Bezeichnung: Zivilarbeiterlager

Adresse: Bahnhofstraße 10

NÀhere Beschreibung: ? (auf dem WerksgelÀnde)

Anzahl und NationalitÀt: mindestens 4 (Polen, Russen)

Einsatzort: Industrie (Eisengießerei Ostermann & Co.) [17]

 

Bezeichnung: Zivilarbeiterlager

Adresse: ?

NĂ€here Beschreibung: ?

Anzahl und NationalitÀt: 700 Personen

Einsatzort: ? [18]

Auf dem Friedhof am Brocksberg in Laatzen liegen 18 Zivilarbeiter aus Belgien, Jugoslawien, den Niederlanden, Polen, der Tschechoslowakei und der UdSSR. Einige starben 1942, andere kamen bei den Bombenangriffen am 22./23.09.1943 und am 28./29.01.1944 ums Leben. Eventuell hat es einige Umbettungen auf den Seelhorster Friedhof gegeben. [19]

 

Oesselse

Bezeichnung: Kriegsgefangenenarbeitskommandos, Stalag XI B Fallingbostel

Adresse: ?

NĂ€here Beschreibung: 1 Steinbau (Gastwirtschaft)

Anzahl und NationalitĂ€t: 15 Franzosen (fĂŒr einen Monat), dann 20 Serben

Einsatzort: Landwirtschaft [20

]

In Oesselse ist ein jugoslawischer Kriegsgefangener († 07.11.1941) beerdigt. [21]

 

Rethen

Bezeichnung: ?

Adresse: Steinweg Nr. 13 (Jungbauer L. A. A.)

NĂ€here Beschreibung: Steinbau

Anzahl und NationalitÀt: 1 Kriegsgefangener

Einsatzort: Landwirtschaft [22]

 

1944 beschÀftigte die Zuckerfabrik in Rethen insgesamt 719 ArbeitskrÀfte. Darunter befanden sich 27 französische und 391 russische Kriegsgefangene, sowie 102 polnische, 3 französische und 20 russische Zivilarbeiter. Wo sie untergebracht waren, ist nicht bekannt. [23]

 

Auf dem Ebeling-Hof wurde eine Ostarbeiterfamilie, deren Tochter Tamara hieß, der Staatenlose Nikolaus, ein Pole sowie zwei französische Kriegsgefangene beschĂ€ftigt. Bis auf die beiden Franzosen, die mit ihrem Arbeitskommando auf dem GelĂ€nde der Zuckerfabrik einquartiert waren und Garten- und andere landwirtschaftliche Arbeiten verichteten, lebten alle auf dem Hof.

Die Ostarbeiterfamilie verköstigte sich mit dem erhaltenen Deputat selber. Die Tochter soll sich wegen einer Schwangerschaft das Leben genommen haben sollen. Ob sie mit der untenstehenden Tamara Samojewa identisch ist, muß noch geklĂ€rt werden.

Der Pole wurde gemeinsam mit dem Gesinde verpflegt. [24]

 

Außerdem sind hier eine unbekannte Ostarbeiterin († 09.04.1945), die Ostarbeiterin Tamara Samojewa (25.06.1928 - 26.02.1945) und der polnische Kriegsgefangene Alexander Chaplinski begraben. Die beiden letzteren wurden von dort nach Steimbke-Lichtenhorst umgebettet. [25]

 

© Helge Kister, 2010



[1] Foto 3 Nr. 1137 (Archiv de Service des Victimes de la Guerre, BrĂŒssel) NiedersĂ€chsisches Landesarchiv Hauptstaatsarchiv Hannover

Aus: Studienkreis zur Erforschung und Vermittlung der Geschichte des Widerstandes 1933 - 1945 und das PrĂ€sidium der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten (Hrsg.); Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu StĂ€tten des Widerstandes und der Verfolgung 1933 - 1945, Niedersachsen II Regierungsbezirke Hannover und Weser-Ems, Pahl-Rugenstein Verlag 1986

[2] Foto 3 Nr. 1138 (Archiv de Service des Victimes de la Guerre, BrĂŒssel) NiedersĂ€chsisches Landesarchiv Hauptstaatsarchiv Hannover

[3] Foto 3 Nr. 575 und Nr. 838 (Archiv de Service des Victimes de la Guerre, BrĂŒssel) NiedersĂ€chsisches   Landesarchiv Hauptstaatsarchiv Hannover

Aus: Studienkreis zur Erforschung und Vermittlung der Geschichte des Widerstandes 1933 - 1945 und das PrĂ€sidium der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten (Hrsg.); Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu StĂ€tten des Widerstandes und der Verfolgung 1933 - 1945, Niedersachsen II Regierungsbezirke Hannover und Weser-Ems, Pahl-Rugenstein Verlag 1986

Aus: Weinmann, Martin (Hrsg.); Das nationalsozialistische Lagersystem (CCP); Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1990

http://www.hotel-haase.de/de/index.php?site=chronik

[4] Foto 3 Nr. 839 (Archiv de Service des Victimes de la Guerre, BrĂŒssel) NiedersĂ€chsisches Landesarchiv Hauptstaatsarchiv Hannover

ebd. Studienkreis und Weinmann

[5] Foto 3 Nr. 840 (Archiv de Service des Victimes de la Guerre, BrĂŒssel) NiedersĂ€chsisches Landesarchiv Hauptstaatsarchiv Hannover

ebd. Studienkreis und Weinmann

[6] Foto 3 Nr. 1140 (Archiv de Service des Victimes de la Guerre, BrĂŒssel) NiedersĂ€chsisches Landesarchiv Hauptstaatsarchiv Hannover

[7] Foto 3 Nr. 1164 (Archiv de Service des Victimes de la Guerre, BrĂŒssel) NiedersĂ€chsisches Landesarchiv Hauptstaatsarchiv Hannover

[8] Sammlung Kriegsgefangenenkarten, Stiftung NiedersÀchsische GedenkstÀtten

NummernschlĂŒssel der Arbeitskommandos des Stalag XI B Fallingbostel, Stiftung NiedersĂ€sische GedenkstĂ€tten

[9] Foto 3 Nr. 388 und Nr. 389 (Archiv de Service des Victimes de la Guerre, BrĂŒssel) NiedersĂ€chsisches Landesarchiv Hauptstaatsarchiv Hannover

Aus: Studienkreis zur Erforschung und Vermittlung der Geschichte des Widerstandes 1933 - 1945 und das PrĂ€sidium der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten (Hrsg.); Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu StĂ€tten des Widerstandes und der Verfolgung 1933 - 1945, Niedersachsen II Regierungsbezirke Hannover und Weser-Ems, Pahl-Rugenstein Verlag 1986

[10] Foto 3 Nr. 457 (Archiv de Service des Victimes de la Guerre, BrĂŒssel) NiedersĂ€chsisches Landesarchiv Hauptstaatsarchiv Hannover

[11] ebd.

Datenbank sowjetischer Kriegsgefangenenarbeitskommandos, Stiftung NiedersÀchsische GedenkstÀtten

[12] Foto 3 Nr. 458 (Archiv de Service des Victimes de la Guerre, BrĂŒssel) NiedersĂ€chsisches Landesarchiv Hauptstaatsarchiv Hannover

[13] Foto 3 Nr. 854 (Archiv de Service des Victimes de la Guerre, BrĂŒssel) NiedersĂ€chsisches Landesarchiv Hauptstaatsarchiv Hannover

[14] Aus: Studienkreis zur Erforschung und Vermittlung der Geschichte des Widerstandes 1933 - 1945 und das PrĂ€sidium der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten (Hrsg.); Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu StĂ€tten des Widerstandes und der Verfolgung 1933 - 1945, Niedersachsen II Regierungsbezirke Hannover und Weser-Ems, Pahl-Rugenstein Verlag 1986

[15] ebd.

[16] ebd.

[17] ebd.

[18] Aus: Weinmann, Martin (Hrsg.); Das nationalsozialistische Lagersystem (CCP); Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1990

[19] Aus: Studienkreis zur Erforschung und Vermittlung der Geschichte des Widerstandes 1933 - 1945 und das PrĂ€sidium der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten (Hrsg.); Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu StĂ€tten des Widerstandes und der Verfolgung 1933 - 1945,  Niedersachsen II Regierungsbezirke Hannover und Weser-Ems, Pahl-Rugenstein Verlag 1986

[20] Foto 3 Nr. 1184 (Archiv de Service des Victimes de la Guerre, BrĂŒssel) NiedersĂ€chsisches Landesarchiv Hauptstaatsarchiv Hannover

[21] Aus: Studienkreis zur Erforschung und Vermittlung der Geschichte des Widerstandes 1933 - 1945 und das PrÀsidium der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten (Hrsg.); Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu StÀtten des Widerstandes und der Verfolgung 1933 - 1945, Niedersachsen II Regierungsbezirke Hannover und Weser-Ems, Pahl-Rugenstein Verlag 1986

[22] Foto 3 Nr. 579 (Archiv de Service des Victimes de la Guerre, BrĂŒssel) NiedersĂ€chsisches Landesarchiv Hauptstaatsarchiv Hannover

[23] Aus: Hannoversche Zucker AG Rethen-Weetzen (Hrsg.); 100 Jahre Zuckerfabrik Rethen 1876 - 1976, Verlag Dr. Albert Bartens, Berlin 1976

[24] nach Auskunft von Margarete D. (Jg. 1927), vom 01.04.1944 - 01.10.1944 Auszubildende auf dem Ebeling-Hof

[25] Aus: Studienkreis zur Erforschung und Vermittlung der Geschichte des Widerstandes 1933 - 1945 und das PrÀsidium der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten (Hrsg.); Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu StÀtten des Widerstandes und der Verfolgung 1933 - 1945, Niedersachsen II Regierungsbezirke Hannover und Weser-Ems, Pahl-Rugenstein Verlag 1986