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Zwangsarbeitergrabstätten im Raum Barsinghausen
Die genaue Anzahl aller in der Region Hannover ums Leben gekommenen Zwangsarbeiter ist nicht mehr zu ermitteln, die Todesursache in vielen Fällen nicht mehr rekonstruierbar. Den vorhandenen offiziell dokumentierten Todesursachen sollte mit Skepsis begegnet werden. Neben mehrfachen Umbettungen hat es auch Einebnungen von Gräbern gegeben. Ob noch alle unten aufgeführten Gräber existieren, läßt sich zur Zeit nicht einschätzen. Auf den folgenden drei Friedhöfen im Raum Barsinghausen sind Zwangsarbeiter beerdigt worden:
Auf dem neuen jüdischen Friedhof zeugen zwei Grabsteine vom Tod der vier sowjetischen Kriegsgefangenen Semen Birjukow (23.02.1910 - 22.01.1944), Wasilij Michner (26.01.1908 - 03.03.1944), Michail Pelichow (24.12.1907 - 28.07.1944) und Gregorij Sewastijanow (20.08.1925 - 04.11.1943). Bis auf Pelichow, der „auf der Flucht erschossen“ wurde, kamen die restlichen drei durch Unfälle im Bergwerk ums Leben.

Die Russengräber auf dem neuen jüdischen Friedhof in Barsinghausen
Die Gräber der drei Polen Heinrich Agata (27.12.1926 - 27.07.1944), Stanislaw Wozniak (01.01.1919 - 27.05.1944) und Kasimir Kalka (03.03.1923 - 22.03.1944) befinden sich auf dem Friedhof Osterfeld.. Ob es sich bei ihnen um Kriegsgefangene oder Zivilarbeiter handelte, ist nicht bekannt. Allerdings mußten auch sie im Bergwerk Barsinghausen arbeiten. Agata wurde von Pelichow ermordet, die beiden anderen wurden ebenfalls bei Bergwerksunglücken getötet. Außerdem soll hier auch der Zwangsarbeiter Josef Goscilo († 14.11.1944 an einem Herzschlag) beerdigt sein. Sein Grab ließ sich allerdings trotz mehrfacher Suche nicht auffinden.
  
Die Polengräber auf dem Friedhof Osterfeld in Barsinghausen
Auf dem Friedhof Groß Munzel war der sowjetische Kriegsgefangene Leont Kolomeitschuk (17.06.1892 - 13.10.1942) beerdigt. Sein Grab wurde augenscheinlich eingeebnet. Das Grab des in Holtensen verstorbenen jugoslawischen Kriegsgefangenen Stevan Plavcic (22.05.1920 - 08.04.1945) existiert noch.
Das Jugoslawengrab auf dem Friedhof in Groß Munzel
Der Ostarbeiter Wasyl Dzuba († 23./25.03.1945) war auf dem Friedhof Hohenbostel begraben. Die Polin Zofia J. brachte am 04.06.1942 in Bantorf einen toten Sohn zur Welt, der in Luttringhausen beerdigt wurde. Der Franzose René Duteil (17.08.1917 - 08.04.1945) wurde am 25.08.1949 aus Stemmen nach Frankreich überführt. Auf die Kriegsgräberstätte Steimbke-Lichtenhorst umgebettet wurden die Polen Peter Krzimiers aus Eckerde, Stanislaus Broda († 25.11.1944) und Anna Zapezinski (19.12.1917 - 27.06.1944) aus Nordgoltern und Stanislaus Stepanski (13.08.1899 - 16.04.1945) wahrscheinlich aus Wettbergen, die vorher in Großgoltern beerdigt waren; Josef Bednarek († 28.09.1941) aus Langreder, Stanislawa Rokocza (07.07.1915 - 14.03.1945) und Wladislaw Karbowsky (05.11.1919 - 18.10.1943) aus Stemmen, sowie elf anonyme sowjetische Kriegsgefangene und sieben ebenfalls namentlich unbekannte Ostarbeiter aus Egestorf und ein anonymer Sowjetbürger aus Kirchdorf.
Die Bestattungsorte folgender Personen sind unbekannt: Johann Allabin (06.03.1918 - 15.07.1942) und Tennis-Hilbrant van Bergen (07.07.1922 - 06.08.1944) aus Barsinghausen. Letzterer verstarb im Ricklinger Krankenhaus in Hannover. Iwan Stepanischyn (16.03.1924 - 23.02.1945) aus Großgoltern. Er verstarb im Heidehaus in Hannover. Der sowjetische Kriegsgefangene Milian Boiko (12.03.1917 - 02.05.1942) aus Groß Munzel, Josef Kubiak (06.03.1890 - 15.05.1944 an einem Herzschlag) und Stanislawa Brzoska (18.03.1945 - 12.05.1945) aus Holtensen/Wunstorf. Julian Bobrowski (* 14.01.1922) aus Langreder, sowie Regine Lubomiersky († 18.10.1943) und Romuald Lyko (09.09.1944 - 10.09.1944) aus Stemmen.

Vorderseite und Rückseite der Kriegsgefangenenkarte des Milian Boiko[1]
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Zwangsarbeitergrabstätten im Raum Lehrte
Neben zwei sowjetischen Zwangsarbeitern auf dem kommunalen Friedhof in Hämelerwald und einem auf dem evangelischen Friedhof in Sievershausen, liegt die größte Anzahl mit 240 Personen auf den drei Lehrter Friedhöfen.
Wie viele Zwangsarbeiter im Raum Lehrte tatsächlich ums Leben gekommen sind, läßt sich zur Zeit noch nicht abschätzen. Mehr oder weniger verläßliche Zahlen liegen von offizieller Seite nur für das Durchgangslager vor. So sollen hier zwischen dem 1. Januar und 31. Dezember 1943 zwanzig Personen - 14 Männer, sowie drei Frauen und drei Kinder - und im selben Zeitraum 1944 neunzig Menschen - 32 Männer, 14 Frauen und 44 Kinder verstorben sein. Als Todesursache sind hier bei Männern Fleckfieber, Herzfehler, Lungenentzündung, Suizid und Tuberkulose, bei Frauen Altersschwäche, Fleckfieber und Krebs, sowie bei Kindern Dyspepsie, Fleckfieber, Masern und Pneumonie angegeben. Einige der Kinder sollen auf dem Dulaggelände vergraben worden sein.
Alter Evangelischer Friedhof Lehrte
Auf diesem Friedhof der Matthäus-Gemeinde weist eine Stele auf ein Gräberfeld mit 84 sowjetischen und zwei polnischen Zwangsarbeitern hin.

Stele und Gedenktafel, Alter Evangelischer Friedhof Lehrte, 2010
Neuer Evangelischer Friedhof Lehrte
98 sowjetische Zwangsarbeiter liegen auf diesem ebenfalls von der Matthäus-Gemeinde verwalteten Friedhof. Leider befinden sich der Gedenkstein und die Grabsteine in einem schlechten Zustand. Verzierungen sind abgebrochen und die Schrift ist durch Verblassung und Erosion teilweise schlecht lesbar. Außerdem suggeriert die Aufschrift der deutschsprachigen Tafel, daß es sich bei den hier Vergrabenen um im gesamten Deutschen Reich zusammengesuchte Zwangsarbeiter handelt.


Gedenkstätte für sowjetische Zwangsarbeiter als Ensemble und im Detail, Neuer Evangelischer Friedhof Lehrte, 2010
Am 12. September 1944 kamen bei einem Luftangriff in Lehrte neben 68 Deutschen auch 18 Zwangsarbeiter ums Leben. Es handelte sich um sechs Unbekannte, zwei Flamen, drei Russen, zwei Ukrainer, drei Polen, einen Tschechen und einen Italiener, die alle namentlich auf einer Gedenktafel aufgeführt werden. Die sechs Unbekannten wurden bei einem Bombentreffer auf das Eilgut- und Güterabfertigungsgebäude am Lehrter Bahnhof getötet. Sie wurden gemeinsam in einem Massengrab beerdigt, das von sowjetischen Kriegsgefangenen ausgehoben wurde.
Gedenkstein für ausländische Bombenopfer, Neuer Evangelischer Friedhof Lehrte, 2010
Katholischer Friedhof Lehrte
Auf dem Friedhof der St. Bernwardsgemeinde liegen 31 polnische, fünf tschechoslowakische, ein sowjetischer, ein holländischer, sieben litauische und ein lettischer Zwangsarbeiter. Auf zwei Gedenktafeln sind allerdings nur die Namen von 30 Polen aufgeführt.
Gedenkstätte für polnische Zwangsarbeiter, Katholischer Friedhof Lehrte, 2010[2]
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Weitere Zwangsarbeitergrabstätten in der Region Hannover
Auf dem Friedhof an der Uetzer Straße in Burgdorf, befinden sich in der Abteilung G, fünf Gräber anonymer Sowjetbürger. Bei dreien soll es sich um Kriegsgefangene handeln, von denen einer in der Baggerkuhle Burgdorf tot aufgefunden wurde. In der selben Abteilung liegen neun Ostarbeiterinnen, die fast alle 1944 verstorben sind. In der Abteilung H finden sich die Gräber von vierzehn DPs unbekannter Nationalität - vier Männer, zwei Frauen und acht Kindern - die zwischen 1946 und 1950 verstorben sind. Vier Kinder kamen aus dem DP-Lager „Ohio“.
Auf dem Evangelischen Friedhof in Großburgwedel liegen in der Abteilung B 180, ein Pole († August 1942) und vier sowjetische Kriegsgefangene, von denen einer im Juni 1942, ein anderer im April 1943 und die restlichen beiden am 30. April 1945 als DPs verstorben sind.
In der Nordost-Ecke des Evangelischen Friedhofes in Wettmar liegen ein sowjetischer Kriegsgefangener († Oktober 1943) und die Polin Altanislawa Sucheka († 02.08.1942). Sie wurde nur 17 jahre alt.
Eine unbekannte Anzahl an Ausländern - darunter vier Sowjetbürger - liegen auf dem Friedhof in Osterwald. Ein fünfter Sowjetbürger wurde von Meyenfeld nach Neustadt am Rübenberge umgebettet. Auf der Kriegsgräberstätte in Steimbke-Lichtenhorst liegen aus Frielingen Anton Beckhondt (16.02.1910 - 07.04.1945), vier weitere anonyme Sowjetbürger und die Polen Josef Kosak (16.03.1910 - 24.11.1944) und Katharina Kosak (13.10.1914 - 23.11.1942). Aus Schloß Ricklingen die Polen Josef Muchala (29.12.1931 - 08.04.1945) und Jan Poslaski (24.08.1916 - 08.04.1945).
Auf dem Gehrdener Friedhof sind vier sowjetische Zwangsarbeiter begraben. Außerdem wurden aus Ditterke Peter Krimbewitsch (08.05.1920 - 26.04.1945) und aus Lemmie drei weitere anonyme Sowjetbürger nach Steimbke-Lichtenhorst umgebettet.
Ebenso Alexander Gerassinow aus Arnum und Dimitri Didorenko († 18.12.1945). Er verstarb im Alter von 22 Jahren. Ein weiterer anonymer Sowjetbürger aus Ohlendorf kamen ebenfalls nach Steimbke-Lichtenhorst.
Auf dem Isernhagener Friedhof liegen vier, auf dem Kirchhorster Friedhof zwei sowjetische Kriegsgefangene. Eine unbekannte Anzahl polnischer Zivilarbeiter ist in Neuwarmbüchen beerdigt.
In Oesselse liegt ein jugoslawischer Kriegsgefangener († 07.11.1941), in Rethen eine Ostarbeiterin († 09.04.1945). Der polnische Kriegsgefangene Alexander Chaplinski und die Ostarbeiterin Tamara Samojewa (25.06.1928 - 26.02.1945) wurden von dort nach Steimbke-Lichtenhorst umgebettet. Auf dem Friedhof am Brocksberg in Laatzen liegen 18 Zivilarbeiter aus Belgien, Jugoslawien, den Niederlanden, Polen, der Tschechoslowakei und der UdSSR. Einige starben 1942, andere kamen bei den Bombenangriffen am 22./23.09.1943 und am 28./29.01.1944 ums Leben. Eventuell hat es einige Umbettungen auf den Seelhorster Friedhof gegeben.
In Langenhagen liegen 24 sowjetische Zwangsarbeiter. Auf dem Russenfriedhof im Wald von Kananohe bei Kaltenweide waren 32 sowjetische Kriegsgefangene beerdigt, von denen nur folgende namentlich bekannt sind: George Rudjak († 12.09.1942), Iwan Patrik (25.10.1906 - 28.12.1942) und Stefan Chiznak (01.08.1897 - 09.04.1943). Sie wurden alle nach Steimbke-Lichtenhorst umgebettet. In Engelbostel waren vier Sowjetbürger und der polnische Zivilarbeiter Johann Zielinski († 03.05.1942) begraben. Zwei Sowjetbürger wurden nach Heemsen-Lichtenmoor, die restlichen drei ebenfalls nach Steimbke-Lichtenhorst umgebettet
In Neustadt am Rübenberge liegen acht unbekannte Sowjetbürger. Nach Steimbke-Lichtenhorst umgebettet wurden aus Eilvese der Sowjetbürger Fonum Chlawe (13.07.1928- 24.04.1942), aus Hagen der Pole Ignaz Krol († 08.04.1945) und aus Mardorf der polnische Kriegsgefangene Arseni Sudykarseni (20.05.1911 - 22.4.1941).
Ein Sowjetbürger wurde von Jeinsen nach Bennigsen umgebettet. Außerdem erfolgte die Umbettung eines unbekannter Sowjetbürgers aus Koldingen nach Steimbke-Lichtenhorst.
Drei sowjetische Zivilarbeiter sind in Empelde, 25 in Weetzen beerdigt. Hier lagen auch die Polen Nikolaus Urban (17.12.1900 - 21.06.1943) und Josef Wacha (14.01.1911 - 16.04.1945), die wie Mieczislaw Kukula (06.02.1909 - 07.04.1943), Tadäus Kapinski (25.04.1925 - 06.06.1944), Czeslaw Zwolinski (10.05.1910 - 18.04.1945) und Waslaw Mianzek (25.08.1902 - 18.04.1945) aus Ronnenberg, sowie der Sowjetbürger Eugen Kowalewa († 28.11.1944) aus Benthe, nach Steimbke-Lichtenhorst umgebettet wurden.
Etwa 27 Zwangsarbeiter, die teilweise aus Jugoslawien, Polen, der Sowjetunion und der Tschechoslowakei stammen, wurden auf dem Alten Friedhof in Seelze beerdigt. Die Polen Boleslaw Cichoki und Julius Lota wurden bei einem Bombenangriff am 26.10.1944 getötet. In Dedensen liegt eine Ostarbeiterin († 08.04.1945). Aus Gümmer wurden die Polen Alexander Sculz (27.11.1916 - 18.08.1942), Stanislaus Hofmann (10.11.1911 - 21.11.1943) und Dora Fedina (17.03.1917 - 19.08.1944), aus Velber Helene Maciewska (09.09.1909 - 17.03.1945) und aus Döteberg drei Sowjetbürger nach Steimbke-Lichtenhorst umgebettet.
Auf dem Gemeindefriedhof in Ilten befinden sich neben einem Sammelgrab mit einer unbekannten Anzahl Polen, jeweils noch die Gräber von vier weiteren Polen, einem Tschechoslowaken und zwei Zwangsarbeitern unbekannter Herkunft. In Wehmingen liegen vier, in Wessel zwölf Sowjetbürger, von denen drei aus Müllingen umgebettet wurden. Ein Grab eines sowjetischen Kriegsgefangenen liegt auf dem Gemeindefriedhof in Rethmar.
In Springe sind insgesamt 15 sowjetische Zwangsarbeiter beerdigt. Zwei davon wurden aus Altenhagen I umgebettet. Drei weitere liegen in Eldagsen, zwölf in Bennigsen, von denen einer aus Völksen und drei aus Rodenberg-Lauenau umgebettet wurden. Fünf weitere ruhen in einem Sammelgrab auf dem jüdischen Friedhof in Gestorf.
Auf dem Friedhof in Dedenhausen liegen in einem Massengrab die Polen Johann Kosiak, Wladislaus Michalski und Jacov Lysenko, sowie die Sowjetbürger Raja Chrapekyn, Nadeschda Klenko, Ewdokya, Viktor und Maria Moskalowa, Walja Kapustina und Iwan Pagodina. Sie kamen alle am 08.04.1945 ums Leben. In Einzelgräbern liegen die Polin Maria Bugaj († 26.10.1944) sowie die beiden sowjetischen Säuglinge Tamara Pogadina († 21.03.1945) und Walody Matwejewa († 25.02.1945). Die Polin Salomea Kacmarek († 07.08.1941) und der Niederländer Wilhelm Krayenhof († 05.08.1944) sind auf dem neuen Friedhof in Dollbergen begraben. Auf dem alten Friedhof liegen sechs Sowjetbürger, von denen vier zwischen Mai 1942 und Januar 1943 verstorben sind. Sieben Sowjetbürger sind in Schwüblingsen begraben, drei davon kamen am 04.04.1945 ums Leben und liegen in einem Sammelgrab. In einem weiteren Sammelgrab in Katensen befinden sich wahrscheinlich sechs sowjetische Kriegsgefangene. In Hänigsen findet sich das Grab des Polen Henryk Dwonicak († 6.02.1945). Außerdem sind hier 21 DPs beerdigt, die bei einer Exploison am 18.06.1946 starben.
Acht aus der Sowjetunion, den Niederlanden und Frankreich stammende Kriegsgefangene und Zivilarbeiter sind auf Friedhöfen in Brelingen, Elze und Mellendorf bestattet worden.
Aus Holtensen/Deister nach Steimbke-Lichtenhorst umgebettet, wurde der in Bredenbeck verstorbene Pole Jakob Gebski (06.09.1907 - 04.10.1944).
In Wunstorf wurden neunzehn sowjetische Zwangsarbeiter beerdigt. Das Grab eines weiteren sowjetischen Zwangsarbeiters in Idensen wurde eingeebnet. Nach Steimbke-Lichtenhorst umgebettet wurden der Pole Florian Kuwalski (28.03.1913- 09.04.1945) aus Luthe und ein anonymer Sowjetbürger aus Mesmerode.[3]
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Die Kriegsgräberstätte in Steimbke-Lichtenhorst
Eng verknüpft mit den portraitierten Orten dieser Dokumentation ist Steimbke-Lichtenhorst. Das östlich von Nienburg, im gleichnamigen Landkreis gelegene Dorf liegt mitten im trockengelegten, abgetorften Lichtenmoor und ist aus südlicher Richtung nur über eine, auf einem buckligen Damm angelegte von Birken gesäumte Straße zu erreichen. Die saftig erscheinenden Weiden sind von Busch- und Bauminseln bewachsen. Hier und da steht ein Aussiedlerhof. Die Landschaft ist karg. Die Abgeschiedenheit dieser Gegend strahlt eine Idylle aus, die allerdings trügerisch ist.
Biegt man im Ort nach Osten in die Landstraße Richtung Zingel ein, stößt man schon bald linkerhand, hinter dem Heyer-Hof, auf ein bemoostes grün-gelbes Schild mit der Aufschrift Kriegsgräberstätte. Hinter dem schmalen grasbewachsenen Seitenstreifen, befindet sich der Eingang eines etwa ein Meter breiten und vielleicht zwanzig Meter langen, durch zwei mannshohe Hecken gebildeten Ganges. Er führt auf die von einem Zaun und Büschen umgrenzte, aus dem Ersten Weltkrieg stammende Kriegsgräberstätte.
Hier sind die sterblichen Überreste von 112 Menschen, Kriegsgefangene wie Zivilarbeiter, Frauen wie Männer beerdigt. 31 Polen und 80 Sowjetbürger sind auf zehn aus rotem Wesersandstein gefertigten Stelen verewigt. 61 von ihnen namentlich. Der jüngste dreizehn, der älteste 45 Jahre alt, gestorben während des Zweiten Weltkriegs. Ob durch Hunger, Krankheit oder fremde Hand, läßt sich nur spekulieren. 26 Polen und 72 Sowjetbürger wurden am 21. Oktober 1961 aus dem Landkreis Hannover hierher umgebettet.
 
 


Polen- und Russengräber auf der Kriegsgräberstätte in Steimbke-Lichtenhorst[4]
© Helge Kister, 2009/2010
[1] Meldungen über Bergwerksunglücke im Bergwerk Barsinghausen, unverzeichnete Akten; Bergarchiv Clausthal-Zellerfeld
Personalannahmebuch des Bergwerk Barsinghausen, H 46 Acc. 5/93 Nr. 107 Staatsarchiv Bückeburg
Personalabkehrbuch des Bergwerk Barsinghausen, H 46 Acc. 5/93 Nr. 82 Staatsarchiv Bückeburg
Aus: Hannoverscher Kurier vom 29.07.1944 und 31.07.1944, Stadtarchiv Hannover
Gräberliste, Friedhofsamt Stadt Barsinghausen
Grabsteininschriften, Neuer Jüdischer Friedhof Barsinghausen
Grabsteininschriften, Friedhof Osterfeld Barsinghausen
Grabsteininschrift, Friedhof Groß Munzel
Kriegsgräber Groß Munzel, GM 0239 Stadtarchiv Barsinghausen
Kirchenbuch Hohenbostel, Stadtarchiv Barsinghausen
Personenmelderegister Bantorf 1939 - 1954, Bt 0348 Stadtarchiv Barsinghausen
Sterbebuch Groß Munzel 1938 - 1944, Standesamt Barsinghausen
Geburtenbuch Groß Munzel 1940 - 1045, Standesamt Barsinghausen
Bürgermeister Heider, Langreder, 05.06.1945; Lr 0241 Stadtarchiv Barsinghausen
Gemeindedirektor an Oberkreisdirektor, Langreder, 24.09.1946; Lr 0242 Stadtarchiv Barsinghausen
Bürgermeister von Stemmen, 5.5.1946, St 0193 Stadtarchiv Barsinghausen
Gemeinde Stemmen, 23.10.1949; St 0193 Stadtarchiv Barsinghausen
Kriegsgräber, Zwangsarbeiterlisten; St 0193 Stadtarchiv Barsinghausen
Familienbuch Nr. 3/43, Standesamt Stemmen; St 0193 Stadtarchiv Barsinghausen
Hann. 171a Hannover Acc. 15/60 Nr. 13, Niedersächsisches Landesarchiv Hauptstaatsarchiv Hannover
Aus: Studienkreis zur Erforschung und Vermittlung der Geschichte des Widerstandes 1933 - 1945 und das Präsidium der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten (Hrsg.); Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933 - 1945, Niedersachsen II Regierungsbezirke Hannover und Weser-Ems, Pahl-Rugenstein Verlag 1986
Bildarchiv des Autors, Arbeitskreis Regionalgeschichte e. V.
Sammlung Kriegsgefangenenkartei, Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten
[2]Staatliches Medizinal-Untersuchungsamt Hannover an das Landesarbeitsamt Hannover, 03.09.1942; Hann. 180 Lüneburg Acc. 5 Nr. 120 Niedersächsisches Landesarchiv Hauptstaatsarchiv Hannover
Aus: Studienkreis zur Erforschung und Vermittlung der Geschichte des Widerstandes 1933 - 1945 und das Präsidium der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten (Hrsg.);
Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933 - 1945, Niedersachsen II Regierungsbezirke Hannover und Weser-Ems, Pahl-Rugenstein Verlag 1986
Gespräch des Autors mit Herrn R. auf dem neuen evangelischen Friedhof in Lehrte, 22.06.2010
Gedenktafel an der Kapelle des neuen evangelischen Friedhofs in Lehrte
Bildarchiv des Autors, Arbeitskreis Regionalgeschichte e. V.
[3] Aus: Studienkreis zur Erforschung und Vermittlung der Geschichte des Widerstandes 1933 - 1945 und das Präsidium der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten (Hrsg.); Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933 - 1945, Niedersachsen II Regierungsbezirke Hannover und Weser-Ems, Pahl-Rugenstein Verlag 1986
Bildarchiv des Autors, Arbeitskreis Regionalgeschichte e. V.
[4] Sandsteinstelen Kriegsgräberstätte Steimbke-Lichtenhorst
Rechnung Steinmetzarbeiten für die Kriegsgräberanlage Lichtenhorst von Natursteinbetrieb Krause GmbH, Hannover an den Regierungspräsidenten in Hannover, 17.12.1962; Nds. 120 Hannover Acc. 103/85 Nr. 61 Niedersächsisches Landesarchiv Hauptstaatsarchiv Hannover
Bürgermeister von Stemmen, 5.5.1946, St 0193 Stadtarchiv Barsinghausen
Gemeinde Stemmen, 23.10.1949; St 0193 Stadtarchiv Barsinghausen
Kriegsgräber, Zwangsarbeiterlisten; St 0193 Stadtarchiv Barsinghausen
Familienbuch Nr. 3/43, Standesamt Stemmen; St 0193 Stadtarchiv Barsinghausen
Aus: Studienkreis zur Erforschung und Vermittlung der Geschichte des Widerstandes 1933 - 1945 und das Präsidium der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten (Hrsg.); Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933 - 1945, Niedersachsen II Regierungsbezirke Hannover und Weser-Ems, Pahl-Rugenstein Verlag 1986
Bildarchiv des Autors, Arbeitskreis Regionalgeschichte e. V.
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