Geschichte/Politik

Die Bücher sind im Buchhandel erhältlich, können aber auch direkt beim Arbeitskreis Regionalgeschichte (ohne zusätzliche Berechnung von Versandkosten) bestellt werden.

 

“... ein voller Erfolg der Luftwaffe.”

Die Vernichtung von Gernika / Guernica am 26. April 1937

Geschichte und Gegenwart eines deutschen Kriegsverbrechens

19 Seiten, A4-Format, farbig

2,- €, ISBN: 978-3-930726-17-2

Das Begleitheft zur gleichnamigen Ausstellung enthält die Reproduktionen der achtzehn Ausstellungstafeln. In vier Kapiteln wird die Geschichte der Vernichtung der baskischen Stadt Gernika dargestellt: Vorgeschichte; Der Spanische Krieg; Gernika, 26. April 1937; Die Folgen. Einzelheiten unter Ausstellungen

 

Ralf Buchterkirchen

“... und wenn sie mich an die Wand stellen”

Desertion, Wehrkraftzersetzung und “Kriegsverrat” von Soldaten in und aus Hannover 1933-1945

178 Seiten, Paperback, zahlreiche Abbildungen

13,90 €, ISBN: 978-3-930726-16-5

„Schade, dass es ihn nicht erwischt hat!“ Diese spontane Reaktion auf die Meldung über das misslungene Attentat auf Adolf Hitler kostet Hubert Breitschaft das Leben. Der Lehrer aus dem bayrischen Cham wird vom Feldgericht verurteilt und in Hannover-Vahrenwald erschossen.

Der Hannoveraner Robert Gauweiler, dem zur Last gelegt wurde, im Kameradenkreis gesagt zu haben: „Diesen Krieg verlieren wir“,  wird von der Wehrmachtsjustiz in Dänemark zum Tode verurteilt und in Hamburg erschossen. So wie Breitschaft und Gauweiler erging es vielen. Die NS-Militärjustiz verhängte etwa 30.000 Todesurteile gegen Soldaten, die den Gehorsam verweigerten; mindestens 21.000 wurden vollstreckt.

Für Hannover – einen der fünf wichtigsten Rüstungsstandorte – hat dieses Kapitel der deutschen Geschichte besondere Relevanz. Am Waterlooplatz wurden Soldaten durch die Militärgerichtsbarkeit verurteilt, in Hannover-Vahrenwald, auf dem Gelände, wo sich heute die Emmich-Cambrai-Kaserne befindet, wurden sie hingerichtet und auf dem Fössefeldfriedhof in Hannover-Linden begraben. In jahrelanger Recherche wurden die Daten von  51 gehorsamsverweigernden Soldaten ermittelt, die aus Hannover kamen oder dort hingerichtet wurden. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. Diese Soldaten sind die Hauptpersonen des vorliegenden Buches.

Statt sie anzuerkennen, wurden sie nach dem Zweiten Weltkrieg verunglimpft, ihr Schicksal verschwiegen und verdrängt. Bis zum Jahr 2009 hat es gedauert, dass der Bundestag auch wegen Kriegsverrats Verurteilte rehabilitierte. In den Jahren zuvor wurden bereits  Verurteilungen  durch die Wehrmachtsjustiz wegen Desertion und Wehrkraftzersetzung für nichtig erklärt.

Eingereiht in eine Beschreibung der gesellschaftlichen und politischen Situation und im Anschluss auch an neuere Erkenntnisse der Geschlechter- und Männlichkeitsforschung wird nach den individuellen Beweggründen der Gehorsamsverweigerung gesucht. Herausgekommen ist eine facettenreiche Darstellung eines viel zu gern vergessenen Stücks deutscher Geschichte.

In Hannover erinnert heute nur ein fast nicht mehr kenntlicher Stein an das Schicksal der Deserteure.

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Ralf Buchterkirchen gelangt in seinem aktuellen Buch “... und wenn sie mich an die Wand stellen ...” auf einem ganz anderem Weg zum Thema Desertion als sonst üblich. Er wählt den Ausgangspunkt Männlichkeitsentwürfe und macht deutlich, wie anknüpfend an Drangsalieren von jungen Männern in Preußen, im Nationalsozialismus „Manneszucht“ zentral gesetzt wurde. „Moral, Disziplin und Kameradschaft“ wurden unter dem Begriff „Manneszucht“ zusammengedacht, Militär, Männlichkeit und Bürgerrechte eng miteinander verzahnt. Zentral bei der Verfolgung von Deserteuren und Fahnenflüchtigen war es so, dass der Verurteilte aus der Männergesellschaft ausgeschlossen wurde. Das geschah über die Aberkennung der „bürgerlichen Ehrenrechte“ und der „Wehrwürdigkeit“ und durch das Abreißen der Rangabzeichen vor der Hinrichtung. Er sollte so noch vor der Ermordung gedemütigt und aus der Männergesellschaft ausgeschlossen werden. Buchterkirchen leitet das sehr anschaulich her. (Rezension im “Maedchenblog”. Der gesamte Text ist zu lesen unter: http://maedchenblog.blogsport.de/2012/01/03/deserteure-wehrkraftzersetzer-und-maen nlichkeiten/

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Ein lesenswertes Buch. (Rezension in KDV im Krieg 2/2012. Der gesamte Text ist zu lesen unter: http://www.connection-ev.de/z.php?ID=1549 )

Buchterkirchen liefert eine gut strukturierte Arbeit, in der er, ausgehend von Betrachtungen zu “Manneszucht und Wehrwürdigkeit” (S.15), die konkreten Rahmenbedingungen beschreibt und diskutiert, mit denen Gehorsamsverweigerung in der Deutschen Wehrmacht verfolgt wurde. (Rezension in kritisch-lesen.de. Der gesamte Text ist zu finden unter: http://kritisch-lesen.de/rezension/militar-geschlecht-desertion )

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... ein informatives, sich auf zahlreiche Quellen stützendes Werk ... (Sebastian Willert in: Informationen, Wissenschaftliche Zeitschrift des Studienkreises Deutscher Widerstand 1933 - 1945, Nr. 76, November 2012, 37. Jg., S. 35/36, Der gesamte Text ist zu finden unter: http://www.widerstand-1933-1945.de/resource/system/0_1353656995.pdf )

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Ein Interview mit Ralf Buchterkirchen ist zu hören unter:

http://www.freie-radios.net/43443

 

Hubert Brieden / Tim Rademacher

Luftwaffe, Judenvernichtung, totaler Krieg

Guernica, Łomża, Warschau, Coventry ...

Deutsche Geschichtspolitik, Traditionspflege in der Garnisonsstadt Wunstorf, “Vergessene” Geschichte in Hannover-Langenhagen

339 Seiten, Paperback, zahlreiche Abbildungen und Karten,

16,50 €, ISBN: 978-3-930726-15-8

„Bombenlöcher auf Straßen noch zu sehen, einfach toll.“ Diesen Satz schrieb Wolfram Freiherr von Richthofen am 30. April 1937 in sein Tagebuch. Zuvor hatte er die Bombenschäden in der baskischen Kleinstadt Guernica begutachtet. Nach Ansicht der dafür verantwortlichen Offiziere der Legion Condor war der Angriff, der vier Tage zuvor stattgefunden hatte, ein voller Erfolg. Die internationale Öffentlichkeit dagegen war schockiert angesichts der Rücksichtslosigkeit, mit der die Zivilbevölkerung von deutschen Luftstreitkräften attackiert worden war. Diese hielten sich illegal in Spanien auf, um einen Militärputsch unter Führung des Generals Franco zu unterstützen. Erschüttert von den Berichten über die verheerenden Auswirkungen des Bombardements, schuf Pablo Picasso sein wohl bekanntestes Gemälde und nannte es einfach „Guernica“. Dadurch wurde der Name der baskischen Stadt zum Symbol für faschistischen Terror und die Brutalität des Luftkrieges. Ein Teil der verantwortlichen Bomberbesatzungen war auf den Fliegerhorsten Wunstorf, Hannover-Langenhagen und Delmenhorst im Kampfgeschwader Boelcke ausgebildet worden.

Vollbeladene Bombenflugzeuge dieses Traditionsgeschwaders starteten am 1. September 1939 zum Kampfeinsatz gegen Polen. Neben militärischen Zielen wurden auch Wohnviertel angegriffen. Besonders intensiv seien jüdische Stadtviertel bombardiert worden, berichten Zeitzeugen. Und tatsächlich gab es solche Luftangriffe: zum Beispiel auf die Kleinstadt Łomża, welche von NS-Bevölkerungswissenschaftlern zuvor als „Judenstadt“ bezeichnet worden war. Für die Zerstörung Łomżas trugen Teile des Boelcke-Geschwaders die Verantwortung. Andere Luftwaffeneinheiten attackierten das jüdische Viertel in Warschau vor allem mit Brandbomben, so dass ganze Straßenzüge in Flammen standen. Bald darauf wurde das gesamte Zentrum der polnischen Hauptstadt flächendeckend bombardiert – Angriffe, bei denen Ju 52-Flugzeuge ebenso wie bereits in Guernica eine verhängnisvolle Rolle spielten.

Auch im Krieg gegen Frankreich und England wurden Wohnviertel angegriffen und zerstört. Weltweites Aufsehen erregte die Vernichtung der britischen Stadt Coventry, an der wieder das Boelcke-Geschwader beteiligt war.

In der Geschichtsschreibung der Garnisonsstadt Wunstorf (Region Hannover), aber auch in Hannover-Langenhagen werden diese Einsätze bis heute verschwiegen. Auf dem Fliegerhorst Wunstorf, der zu einem der wichtigsten Flugplätze der Bundeswehr für internationale Militäreinsätze ausgebaut wird, pflegt man militärische Traditionen und das Andenken an die legendäre Ju 52. Verschwiegen wird dabei, dass diesem Flugzeug bei den Bombardements von Guernica und Warschau zahllose Menschen zum Opfer fielen.

Es geht im Buch nicht nur um die Rekonstruktion dieser Verbrechen, sondern auch um die lange Geschichte ihrer Vertuschung und um deutsche Geschichtspolitik.

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„’Luftwaffe, Judenvernichtung, totaler Krieg (…)’ unter diesem Titel breiten Brieden und Rademacher auf 339 spannend zu lesenden Seiten zum Teil bislang unerforschte Kriegs- und Holocaust-Geschichte aus. (…) Auch andere Lücken der Geschichtsschreibung – etwa hinsichtlich der beschämenden Traditionspflege der bundesdeutschen Luftwaffe – schließt dieses sehr lesenswerte Buch.“

(Rainer Butenschön in: Ossietzky, 13. Jg., 18. September 2010, die gesamte Rezension ist zu lesen unter: http://www.sopos.org/aufsaetze/4ca1c01c87286/1.phtml

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“...herzlichen Glückwunsch zu der beeindruckenden Arbeit!”

(Horst Teubert, Redaktion Informationen zur deutschen Außenpolitik / www.german-foreign-policy.com)

„Alles in Allem haben die beiden Autoren einen gut recherchierten und interessant zu lesenden Beitrag zur Diskussion um die Traditionspflege der deutschen Bundeswehr vorgelegt. Durch zahlreiche Illustrationen und den leicht verständlichen Text eignet sich dieses Buch sowohl zu Studienzwecken wie auch als Lektüre für Geschichtsinteressierte. Darüber hinaus leistet das Werk einen Beitrag zur Erforschung der Beteiligung der Luftwaffe am vom nationalsozialistischen Deutschland geführten Vernichtungskrieg sowie der Erprobung des Ernstfalls durch die Legion Condor im Spanischen Bürgerkrieg.“

(Sebastian Willert in: Informationen, Wissenschaftliche Zeitschrift des Studienkreises deutscher Widerstand 1933 – 1945, Nr. 76, Frankfurt, November 2012, 37. Jg. S. 44, Der gesamte Text ist zu finden unter: http://www.widerstand-1933-1945.de/resource/system/0_1353656995.pdf )

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Ein Interview mit Hubert Brieden ist zu hören unter:

http://www.radioflora.de/contao/index.php/Beitrag/items/luftwaffe-judenvernichtung-t otaler-krieg.html

 

Enrique Gómez Delgado

“Einen Tag länger als die Continental”

Der Sieg der Arbeiter von Euzkadi / Mexiko über einen internationalen Konzern

Ein Streikbericht

übersetzt und herausgegeben von Mechthild Dortmund

183 Seiten, Paperback, zahlreiche Abbildungen,

13,90 €, ISBN: 978-3-930726-13-4

„Einen Tag länger als die Conti“ haben die Arbeiter der Euzkadi-Gummifabrik in El Salto, Mexiko, durchgehalten und so durch ihren hartnäckigen Streik verhindert, dass der hannoversche Reifenmulti im Januar 2001 ihr Werk sang- und klanglos schloss. Sie sollten auf die Straße gesetzt werden, weil ihre unabhängige Betriebsgewerkschaft sich dem Diktat der Unternehmensleitung widersetzt hatte. Nach einem dreijährigen, auf allen Ebenen – auch der internationalen – geführten Kampf haben die organisierten Arbeiter der Continental AG eine hohe Entschädigungssumme abringen können und die Hälfte der Fabrik im Jahr 2005 als Kooperative in Eigenregie übernommen. Enrique Gómez Delgado hat als Berater der Euzkadi-Gewerkschaft diesen Kampf direkt miterlebt und einen anschaulichen Streikbericht verfasst, der von Mechthild Dortmund leicht gekürzt ins Deutsche übertragen wurde.

Ergänzt wird der Bericht vom Sieg der mexikanischen Arbeiter über einen „Global Player“ durch einen Blick in die Geschichte des hannoverschen Reifenkonzerns, wobei Hubert Brieden ein besonderes Augenmerk auf die Situation der bei der Conti in der NS-Zeit eingesetzten ZwangsarbeiterInnen sowie auf die Geschichtspolitik des Unternehmens legt.

In einem weiteren Beitrag beleuchtet Jürgen Scharna die Rationalisierungsmethoden der Conti in Stöcken und anderen Standorten sowie die Rolle der Betriebsräte und der zuständigen Gewerkschaft. Dietrich Höper hat in Hannover den Streik der mexikanischen Arbeiter von Anfang an verfolgt und beschreibt, wie hier vor Ort internationale Solidarität praktiziert und organisiert wurde. Stephan Krull erinnert in seinem Artikel daran, dass Betriebsschließungen aus Profitgründen keine Besonderheit „ausländischer Heuschrecken“ sind und dass eine nationalistisch gefärbte Standortpolitik die Werktätigen jedes Landes in eine Sackgasse führt.

Die Arbeiter aus El Salto haben die geplante Betriebsschließung verhindert durch die Übernahme der Fabrik und damit neue Perspektiven eröffnet, die gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise, zunehmender Massenarbeitslosigkeit und Verarmung von großer Bedeutung sein können.

„… liest sich wie ein Krimi.“ (neuland 6/2008)

Inzwischen sind die Aufsätze der deutschen Autoren ins Spanische übersetzt worden und das Buch ist in Mexiko erschienen.

 

 

Hubert Brieden

”Das jüdische Gebetshaus wurde geschlossen.”

Diskriminierung, Verfolgung und Vernichtung einer Minderheit in Neustadt am Rübenberge

266 Seiten, Paperback, zahlreiche Abbildungen,

18,50 €, ISBN: 978-3-930726-12-7

„Vergessene“ Geschichte: „Das jüdische Gebetshaus wurde geschlossen.“ – so hieß es harmlos in einer kurzen Meldung der örtlichen Zeitung zwei Tage nach der Pogromnacht 1938 in Neustadt am Rübenberge, einer Kleinstadt in der Region Hannover. Von der Verwüstung der Neustädter Synagoge, von den Plünderungen und Gewalttaten durch hasserfüllte Antisemiten war ebenso wenig die Rede wie von der Deportation der letzten Mitglieder der Synagogengemeinde in das Konzentrationslager Buchenwald. Das Verwischen von Spuren der Verbrechen begann unmittelbar nach der Tat. Wegen der tagtäglichen Diskriminierungen hatte ein großer Teil der Neustädter Juden die Kleinstadt, in der sie jeder kannte, längst verlassen. Diejenigen, die geblieben waren, flohen nach dem Pogrom. In Sicherheit waren sie damit nicht, denn die Meldebehörden hatten Namen und neue Wohnorte registriert. Schließlich wurden die meisten Neustädter Jüdinnen und Juden deportiert und ermordet.

Judenhass und Rassismus waren keine Erfindung der Nationalsozialisten. Das macht ein Rückblick auf die Geschichte der traditionsreichen jüdischen Gemeinde in Neustadt deutlich. Doch erst die NSDAP radikalisierte den Antisemitismus im Bündnis mit der staatlichen Bürokratie zum effektiven Mordprogramm. Im Mittelpunkt der vorliegenden Untersuchung steht die Frage, mit welchen Methoden die jüdische Minderheit in Neustadt ausgegrenzt, ruiniert und vernichtet wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Antisemitismus nicht verschwunden. Über Jahrzehnte wollte kaum jemand wissen, was aus den spurlos verschwundenen jüdischen Nachbarn geworden war. Nichts sollte an die Verbrechen, nichts an die Vertriebenen und Ermordeten erinnern. Ihre Namen waren weitgehend vergessen. In diesem Buch wird die Geschichte der Neustädter Opfer des Rassenwahns geschrieben.

Aktualisierte und erweiterte Neuauflage

„Nicht eine Geschichte der jüdischen Gemeinde Neustadts wollte H. Brieden geben, sondern unter Einbeziehung der Vorgeschichte ‚konkret und im einzelnen’ aufzeigen, ‚mit welchen Methoden eine diskriminierte Minderheit vernichtet werden konnte’. … In der sehr dichten Darstellung dieser Vorgänge liegt die Stärke des Buches.“ (Die alte Stadt, Vierteljahreszeitschrift für Stadtgeschichte, Stadtsoziologie und Denkmalpflege)

„Mit viel Engagement hat Hubert Brieden seine gesamte Darstellung mit umfangreichem Quellenmaterial belegt. Zeugnisse, die ebenso beeindruckend sind, wie sie betroffen machen. … Das Buch gehört sicher nicht zu denen, in denen man blättert und es dann wieder zur Seite legt. Nicht zuletzt wegen der ‚erschreckenden Aktualität’“. (Niedersachsen)

„… eine wegen ihrer Quellennähe überzeugende Leistung.“ (Hildesheimer Jahrbuch für Stadt und Stift Hildesheim)

Es ist frappierend, was Brieden zusammengetragen hat - und doch nur  typisch. Noch in den sechziger Jahren wählten die Neustädter einen früheren SA-Führer zu ihrem Bürgermeister. Wiederholt wurde der jüdische Friedhof geschändet. Und “Judenpaulaul”, der mehrere Konzentrationslager  überlebt hatte, musste sich gelegentlich anhören, man habe wohl  vergessen, ihn zu vergasen. In einem solchen Umfeld gab es natürlich  Schwierigkeiten, nachdem sich in den frühen Achtzigern ein Kreis von  Interessierten zusammengefunden hatte, um das Geschehen der NS-Zeit in  Neustadt aufzuarbeiten. Erst in letzter Zeit scheint sich allmählich ein Umdenken abzuzeichnen.

Das Buch gibt einen quellenmäig breit fundierten Überblick über die  kleine jüdische Minderheit, die 1933 in Neustadt noch 45 Personen  umfasste und unter dem Druck der braunen Quägeister schnell zerfiel. (langeleine.de . Das Online-Journal für Hannover)

Die gesamte Rezension ist hier nachzulesen.

 

Hubert Brieden

Lange Schatten

Die Neustädter Hexenprozesse und das Spiel der Macht

145 Seiten, Paperback, zahlreiche Abbildungen, broschiert,

14.80 €, ISBN 978-3-930726-11-0

 Zwischen 1567 und 1574 kam es im Fürstentum Calenberg-Göttingen auf Veranlassung des Landesherrn Herzog Erich II. zu einer Reihe von Hexenprozessen, die wegen ihrer Rücksichtslosigkeit und Brutalität auch überregional Aufsehen erregten. Selbst adlige Frauen aus dem Umfeld der Herzogin verschwanden in den Folterkellern des Neustädter Schlosses - ein für damalige Verhältnisse unerhörter Vorgang. Erst nach der Intervention des Kaisers und anderer einflussreicher Persönlichkeiten konnten fünf Frauen gerettet werden. Doch die meisten Opfer stammten weder aus dem Adel noch verfügten sie über ausreichendes Vermögen um sich retten zu können. Von vielen sind nicht einmal die Namen überliefert. Opfer in einem perfiden Spiel um Macht und Geld.

„Zeitreise in ein dunkles Kapitel Stadtgeschichte (…) In seinem Buch ‚Lange Schatten – Die Neustädter Hexenprozesse und das Spiel der Macht’ setzt sich Brieden ausführlich mir den politischen Hintergründen und dem Machtpoker auseinander, der letztlich in den Hexenprozessen gipfelte.“ (Leine-Zeitung)

 



H. Brieden / H. Dettinger / D. Hermann / H. Kister / M. Richter

Menschen im Toten Moor

Natur- und Sozialgeschichte des Sumpfes am Steinhuder Meer

119 Seiten, gebunden, Großformat, zahlreiche Fotos: schwarzweiß und farbig,

20 €, ISBN 978-3-930726-09-7

Totes Moor. Schon der Name für diese ehemalige Sumpf- und Wasserlandschaft zwischen Neustadt a/Rbge und dem Steinhuder Meer lässt schaudern. Wer denkt da nicht an alte Geschichten von Geistern und Gespenstern, die aus den Nebelschwaden auftauchen und den müden Wanderer vom festen Pfad abbringen?

Aber kam nicht erst mit der Arbeit das wirkliche Grauen in diese Sumpflandschaft? Moorarbeit war Knochenarbeit. Nur wer in äußerste Not geraten war, schuftete in Torfstichen und Entwässerungsgräben: zunächst verarmte Bauern, später Tausende von Wanderarbeitern und -arbeiterinnen aus Osteuropa. In den Weltkriegen wurden Zwangsarbeiter ins Tote Moor getrieben.

Heute ist der Sumpf weitgehend trockengelegt, das Kultivierungswerk ist vollendet, die Arbeit bald getan - Arbeit, die Natur und Menschen gleichermaßen zerstörte.


„Entbehrung, Verfolgung und Zwangsarbeit im Toten Moor (…) Es war ein hartes, entbehrungsreiches Leben. Davon berichtet das Buch ‚Menschen im Toten Moor’ (…). Es erzählt auch von den Zeiten der Nazi-Herrschaft, als viele Zwangsarbeiter beim Torfabbau starben.“(Neue Presse)


Hubert Brieden und Helge Kister schreiben über die Menschen im Toten Moor, ihre Forschungen zeigen eines der interessantesten aber auch härtesten Kapitel in der Sozialgeschichte der Region Hannover. (Leine-Zeitung)


 

Hubert Brieden / Heidi Dettinger / Marion Hirschfeld

Die Vergessenen

Gegner und Opfer des Faschismus  in Neustadt a/Rbge

238 Seiten, broschiert, 12,50 €

ISBN 978-3-930726-01-1

Alle, die den Nazis nicht passten, sich der faschistischen "Volksgemeinschaft" verweigerten und die Kriegsvorbereitungen störten, wurden ausgegrenzt, eingesperrt, zwangssterilisiert oder umgebracht ... und vergessen.

"Die Vergessenen" ist eine Parabel auf die heutige Zeit. Parallelen stechen warnend ins Auge. (Leine-Zeitung)

Bisher hat die Stadt Neustadt nur die eine Sicht auf Geschichte für förderungswürdig befunden. Der Regionalarbeitskreis musste ohne öffentliche Zuschüsse auskommen. Das hat sich beim neuen Buch geändert. Der Ortsrat hat jetzt einen symbolischen Druckkostenzuschuss von 1000 DM bewilligt und damit erstmals eine offizielle Anerkennung der Arbeit des Geschichtskreises ausgesprochen. (Norddeutscher Rundfunk)

 


H. Brieden / H. Dettinger / D. Herrmann / M. Hirschfeld / A. Peters

Wo's Dörflein traut zu Ende geht ...

(Radwanderführer)

205 Seiten, broschiert, Karten mit eingezeichneten Touren, zahlreiche Abbildungen,

5,00 € (nur noch wenige Restexemplare vorhanden),

ISBN 978-3-930726-02-8

Nachschlagewerkchen, das auch manchen, der lieber im Sessel als im Sattel sitzt, auf Touren bringen wird. ... Es ist anschaulich, erfrischend und lesenswert geschrieben, bietet wichtige Ergänzungen zur gängigen Selbstdarstellung der Orte. (Leine-Zeitung)

 Für alle, die schon so sicher fahrradeln können, dass sie sich auch ab und zu mit gehobenem Kopf die Gegend anschauen können, ist das Buch ein erstklassiger Geschichtenerzähler. (Hannoversche Stadtillustrierte Schädelspalter)

Ungewöhnlicher Radwanderführer (Die Harke Nienburg)